Es ist fraglich, ob alle bisher gemachten mechanischen Erfindungen die Tagesmühe irgendeines menschlichen Wesens erleichtert haben.
John Stuart Mill, Prinzipien der politischen Ökonomie, 1848

Dreizehntes Kapitel „Maschinerie und große Industrie“

1. Entwicklung der Maschinerie

Es ist nicht wie J. Mill hofft, das die Maschine die Tagesmüh des einzelnen Menschen erleichtern soll, vielmehr geht es darum den Teil der Arbeitszeit zu verkürzen, den der Arbeiter für sich selbst aufwendet. Die Maschine ist also ein Mittel zur Produktion von Mehrwert im kapitalistischen Sinn. Während in der Manufaktur noch die Arbeitskraft im Mittelpunkt stand, tritt nun an ihre Stelle das Arbeitsmittel. Der Unterschied zwischen Maschinerie und Werkzeug besteht vor allem in der Antriebsart, das heisst eine von Ochsen getriebene mechanische Einheit wäre eine Maschine, während ein von Hand getriebenes Spinnrad ein Werkzeug darstellt. Marx unterteilt die Maschinerie dabei in drei Teile und zwar den Bewegungsteil, den Transmissionsteil und den Werkzeugteil, wobei der letztere den entscheidenden Teil darstellt. In diesem Werkzeugteil wird das Werkzeug von der Hand des Arbeiters in die Maschine verlagert, wo es mit mechanischen Bewegungen den Menschen nachahmt. Da der Mensch in seinen Produktionsmitteln eingeschränkt ist (nur zwei Arme), zeigt die Werkzeugmaschine hier bereits ihren entscheidenden Vorteil, da sie mehrere Werkzeuge gleichzeitig führen kann. Der Arbeiter wird also mehr in eine korrigierende und kontrollierende Rolle gedrängt. Es ist ein Fehler anzunehmen das die Dampfmaschine die industrielle Revolution auslöste, vielmehr führte der Bedarf nach einem geeigneten Antriebsmittel für die Werkzeugmaschine zur Wiedergeburt dieser. Um eine gute Verbindung (Kraftverteilung, Gleichmässigkeit) zwischen dem Werkzeugteil und dem Antriebsteil zu ermöglichen, wurde die Transmissionseinheit weiter verbessert und führte zu bedeutenden Erfindungen, wie z.B. das Schwungrad. Die Einführung der Dampfmaschine in die Warenproduktion, brachte entscheidende Vorteile bezüglich der Standortwahl für Produktionsstätten, da diese nun nicht länger von Wasserläufen oder Wetterbedingungen (Wind) abhängig waren. Ab diesem Zeitpunkt spricht man auch von der Kooperation von gleichartigen Maschinen und von Maschinensystemen. In einem Maschinensystem werden die Produktionsprozesse aus den Manufakturen abgebildet, ohne dabei aber Rücksicht auf die Eigenheiten der Manufaktur (Arbeitsteilung) nehmen zu müssen. Bei einer Kooperation von Maschinen geht es darum mehrere gleichartige Maschinen (Webstühle) durch eine Antriebskraft anzutreiben. Während in einer Manufaktur noch der Produktionsprozess an den Menschen angepasst wurde, wird nun der Prozess der Maschine angepasst, von daher kann man auch sagen das die Manufaktur die Kinderstube der Automatenwirtschaft ist, da hier alles Wissen um den Prozess der Produktion aufgebaut wurde. Auch die Herstellung der Maschine selbst verlagerte sich recht zügig von den Manufakturen auf die Maschinenbetriebe selbst, was eine Kettenreaktion bezüglich der Ausbreitung von Maschinen auslöste. Diese Ausbreitung und der damit verbundene hohe Ausstoß an Produkten, machte die Einführung von Maschinen in fast allen Produktionsbereichen notwendig. Auf die maschinelle Spinnerei folgte die Weberei, die Bleicherei oder die maschinelle Färberei. Aber auch in die Infrastruktur wie z.B. das Transportwesen (Eisenbahn, Dampfschiffe) hielt die Maschine Einzug, da sich dieser Bereich als Hemmschuh der gesteigerten Warenproduktion erwies.

2. Wertabgabe der Maschinerie an das Produkt

Die Aneignung von gesellschaftlichen Wissen wie Produktionsprozessen oder Naturkräften (Dampfmaschine), kostete den Kapitalisten nichts, darunter ist allgemein auch die Einverleibung der Wissenschaften zu verstehen. Durch diese Aneignung von Naturkräften steigt die Produktivität, obwohl nicht klar ist ob dies zu einem höheren gesellschaftlichen Arbeitsaufwand führt. Wie alles im konstanten Kapital schafft die Maschine selbst keinen Wert, sondern gibt einen Teil ihres Wertes an das Produkt ab, es wird dem Produkt also ein Wertteil zugesetzt. Die Maschine kann dabei nie mehr Wert abgeben als sie selbst durch Abnutzung verliert. Die Differenz zwischen dem zugesetztem Wertbestandteil und dem Wert der Maschine ist daher die Differenz zwischen Benutzung und Abnutzung. Nach Abzug der täglichen Durchschnittskosten wirkt sie also kostenlos für den Kapitalisten, wie die sie antreibenden Naturkräfte auch. Im Vergleich mit Handwerksbetrieben oder Manufakturen steigt der abgegebene Wertteil auf das einzelne Produkt dabei relativ, während er absolut aber sinkt. Die Differenz zwischen der Arbeit die sie kostet und welcher sie erspart, hängt also nicht von ihrem Wert oder dem ersetzten Werkzeug ab, sondern die Produktivität misst sich in dem Grad wie sie menschliche Arbeitskraft ersetzt. Die Maschine steigert also den Anteil unbezahlter Arbeit in einem Produkt, womit es absolut weniger wert ist aber relativ mehr Profit abwirft. Die Grenze zur wirtschaftlichen Anwendung der Maschine verläuft da, wo ihre eigene Produktion weniger kostet, als die von ihr ersetzte Arbeit. Kapitalistisch gesehen ist diese Grenze sogar noch enger gezogen, da hier nur der Wert der Maschine dem Wert der menschlichen Arbeitskraft gegenüber steht. Hierbei wird nicht mit tatsächlich geleisteter Arbeit gerechnet, sondern es werden die Kosten miteinander verglichen.

3. Nächste Wirkungen des maschinenmäßigen Betriebs auf den Arbeiter

a) Aneignung zuschüssiger Arbeitskräfte durch das Kapital. Weiber- und Kinderarbeit
Durch die Ersetzung von Muskel getriebener (Männer)Arbeit, war der Weg frei um andere Arbeitskräfte einzusetzen, namentlich also Frauen und Kinder. Hierdurch sank der Wert des Mannes als Arbeitskraft soweit, das sich sein alter Wert (Lohn) nun auf die ganze Familie verteilte. Ein Beispiel: Der „Ankauf“ einer ganzen Familie mit 4 Mitgliedern kostet jetzt etwa gleich viel oder geringfügig mehr als vorher der Ankauf eines einzelnen Arbeiters. Dafür liefern jetzt aber 4 Menschen den Mehrwert in Form des kostenlosen Teiles der Arbeitszeit ab. Das bedeutet der Explorationsgrad der Menschen steigt auch mit dem Einsatz der Maschine. Der Arbeiter von früher verkauft jetzt also nicht mehr nur seine Arbeitskraft sondern seine ganze Familie gleich mit. Die Kinderarbeit zu dieser Zeit beruht also auf zwei Problemen gleichzeitig, erstens die Nutzbarkeit von Muskelkraft unabhängigen Produktionsmitteln und zweitens die Entwertung der sog. ersten Arbeitskraft in Form des Mannes, der hierdurch zum Verkauf seiner ganzen Familie an den Kapitalisten gezwungen wird, um zu überleben. Die Kindersterblichkeit steigt zu dieser Zeit stark an, dies beruht zum einem auf der Kinderarbeit selbst und zweitens darauf das die Mütter auch arbeiten gehen und daher die Kinder vernachlässigt werden (müssen). Um den gröbsten Misständen abzuhelfen wird vom englischen Parlament ein Gesetz zur Regelung der Kinderarbeit erlassen, was eine Beschränkung der Arbeitszeit auf 6 Stunden für unter 13 jährige vorsieht und die Pflicht zur Elementarbildung um die häuslichen Defizite auszugleichen. Dieses Gesetz gilt allerdings nur für einige Industriezweige, worauf hin sich einige aus diesen Bereichen zu Wort melden und gleiches Recht in der Produktion fordern. Da durch dieses Gesetz die Kinder von ihren Eltern an die nicht reglementierten Fabriken verkauft würden, da sie dort durch mehr Arbeit mehr verdienen können und somit für die reglementierten Betriebe ausfallen. Ein grosses Ziel wurde durch die bessere Ausbeutbarkeit von Frauen und Kindern auf jeden Fall erreicht und zwar die Brechung des Widerstandes der vorher dominierenden Männer als Arbeiter.

b) Verlängerung des Arbeitstages Bei der Einführung der Maschine wird die fortlaufende Produktion nur noch durch die Naturschranken ihrer menschlichen Bediener eingeschränkt. Die aktive Periode der Maschine wird also bestimmt durch die Länge des menschlichen Arbeitstages. Für den Verschleiß einer Maschine ist es auf den ersten Blick unerheblich ob sie 7,5 Jahre lang 16 Stunden täglich betrieben wird oder 15 Jahre mit 8 Stunden täglich. Auf den zweiten Blick ergibt sich aber, das die Maschine auch bei Stillstand Verschleiß aufweist und zwar in Form von Rost und Alterung. Dazu kommt aus kapitalistischer Sicht noch der sog. moralische Verschleiß, sprich die Maschine ist inzwischen verbessert worden oder ist billiger zu haben. Da ein immer höherer Anteil an konstanten Kapital in Arbeitsmitteln (Maschinen) gebunden ist, liegt es auf der Hand dieses Kapital so schnell wie möglich wieder frei zu bekommen. Dies geht einher mit der Anpassung des Arbeitstages des Menschen an den der Maschine. Marx weist an dieser Stelle auf einen immanenten Widerspruch hin, der zwischen immer mehr arbeiten (erhöht den Mehrwert) und der Einsparung von Arbeitern durch die Maschine besteht. Die Abnahme von Arbeitern wird also durch die Erhöhung des relativen Mehrwertes als auch des absoluten Mehrwertes kompensiert.

c) Intensifikation der Arbeit
Im Gegensatz zur Analyse des absoluten Mehrwertes, wo die Intensität der Arbeit gegeben war geht es jetzt um den Grad der Intensität dieser Arbeit. Durch die Festlegung einer Normalarbeitszeit treten nun zwei Effekte ein. Einerseits eine beschleunigte Entwicklung des techn. Fortschritts und andererseits eine Charakteränderung des relativen Mehrwerts. Dabei wird der vorher auf zwölf Stunden ausgedehnte Arbeitstag aufgrund von gesetzlichen Bestimmungen in einen 10 Stunden Tag gepresst. Das geschieht durch die schrittweise Erhöhung der Geschwindigkeit und die langsame Gewöhnung daran, sowie durch die Einsetzung von Aufsehern. Auch wird das Arbeitsumfeld des Einzelnen ausgedehnt, was dazu führt das jetzt ein Arbeiter 3 Webstühle bedient wo vorher ein Arbeiter und zwei Hilfskräfte tätig waren. Diese Erhöhung des Taktes führt auch dazu das mehr Kinder eingesetzt werden, da diese schneller und wendiger sind als Erwachsene. Die Grenze der Intensivierung bildet die Mortalitätsrate, welche den Gesetzgeber wiederum zu einer Verkürzung der Arbeitszeit veranlassen würde.

4. Die Fabrik
Die Fabrik erscheint nach aussen als ein Gebilde wo sich mechanische Bestandteile mit selbstbewussten Teilen vermischen und als ein Ganzes wirken. Dabei kann man der Ansicht sein, das der bewusste Teil, also die Arbeiter auf die Maschinen wirken oder dem bewusstlosen Teil, also den Maschinen ein Arbeiter zur Seite gestellt wird. Die zweite Ansicht spiegelt den kapitalistischen Blick wieder. Im Gegensatz zu der früheren Spezialisierung tritt nun in der Fabrik eher eine Nivellierung der Arbeit ein, da sie gleichförmig geworden ist. Die Arbeiter unterteilen sich in Maschinenbediener, Handlanger und Instandhalter. Die Gesamtbewegung in einer Fabrik geht von der Maschine aus und nicht von der Arbeit einzelner, er ist daher beliebig ersetzbar geworden. Es findet also ein Missbrauch der Maschinen statt um „Teilmaschinen“ zu erziehen oder anders ausgedrückt, früher bediente die Hand das Werkzeug, heute dient sie ihm. Dabei wird nicht der Arbeiter von der Arbeit befreit sondern seine Arbeit von ihrem Inhalt. Durch die geforderte kasernenartige Disziplin bildet sich der gemeine Industriesoldat und der sog. Industrieoffizier oder Aufseher heraus. Die Disziplin war eines der Hauptprobleme, vor allem in Hinsicht auf die gesteigerte Leistung des einzelnen und dessen Durchhaltevermögen. Es formierte sich aus dieser Problemstellung heraus ein Privatgesetz des Arbeitsprozesses, welches hauptsächlich Strafen in Form von Lohnabzug vorsah für bereits kleinste Verstösse, wie etwa zur Toilette zu gehen.

5. Kampf zwischen Arbeiter und Maschine
Der Kampf zwischen Kapitalist und Lohnarbeiter weitet sich mit der Einführung der Maschine auf den Kampf gegen das Arbeitsmittel selbst aus. Eines der bekanntesten und frühesten Beispiele dafür ist der sog. Weberaufstand, die damals den Beinamen Maschinenstürmer erhielten. In dem Kampf spielten neben der reinen Gewalt hauptsächlich Ausstände und Streiks eine Rolle, wobei die andere Seite mit Rhetorik und noch mehr Automatisierung dagegen hielt. Ein polemisches Beispiel ist die Freisetzung von 80000 Webern in England, wo argumentiert wurde, das man nur nicht genug Maschinen, also Kapital, hätte um alle zu beschäftigen. Folgt man dieser Linie bereitet die Maschine also nur „zeitliche Misstände“. Leider ist diese zeitliche Wirkung permanent, da die Maschine immer weiter verbessert wird und in neue Arbeitsbereiche vordringt. Auch wird die Maschine immer mehr direkt im Kampf gegen die Arbeiter eingesetzt, hauptsächlich um Streiks zu bekämpfen. Dabei wird die Wissenschaft erneut zum Erfüllungsgehilfen des Kapitals, da sie die Automatisierung immer weiter vorantreibt und Arbeiter entbehrlich macht… Das Arbeitsmittel erschlägt den Arbeiter..

6. Die Kompensationstheorie bezüglich der durch Maschinerie verdrängten Arbeiter
„Von der bürgerlichen Ökonomen wird behauptet, das alle Maschinerie die Arbeiter verdrängt stets gleichzeitig und notwendig ein adäquates Kapital zur Beschäftigung derselben identischen Arbeiter freisetzt.“ Üblicherweise findet aber nur eine Verschiebung von variablen Kapital (Lohn), hin zu konstanten Kapital (Maschinen, Rohstoffe) statt. Tatsächlich ist mit der Freisetzung von Kapital ein Freisetzen von Lebensmitteln gemeint, welche die Arbeiter nicht mehr verbrauchen können und die sich daher eine neue Anlage suchen. Die Maschine hat aber mit Lebensmitteln weder auf den ersten noch auf den zweiten Blick etwas zu tun. Es gibt natürlich auch die Betrachtung wo Maschinen zu mehr Arbeitsplätzen führen. Das ist z.B. auf den erhöhten Bedarf an Rohstoffen in der maschinellen Fertigung zurück zu führen. Sobald aber der Rohstoff Bedarf in einem Teilbereich die maschinelle Ausbeutung lohnenswert erscheinen lässt, ist dieser Effekt auch wieder dahin. Dies lässt sich auch auf die weiterverarbeitende Industrie anwenden. Zusätzlich wird dieser temporäre Effekt noch durch den Welthandel verschleiert.

7. Repulsion und Attraktion von Arbeitern mit Entwicklung des Maschinenbetriebs.
Krisen der Baumwollindustrie
Durch die Einführung von Maschinen in den Produktionsprozess wird massiv die Anzahl der Arbeiter verringert, diesen Prozess nennt Marx Repulsion. Anders als von bürgerlichen Ökonomen behauptet, werden Arbeiter nur in Zeiten eines quantitativen Wachstums wieder eingestellt (Attraktion). Dieses Wachstum geht aber zu Lasten der Manufakturen, was üblicherweise mehr Leute aufs Pflaster wirft als von der Industrie eingestellt wurden. Es ist ein beständiges hin und her der Arbeiter, die oft nicht wissen wo sie morgen arbeiten können oder auch nicht. Marx verdeutlicht dies an dem Beispiel der Baumwollindustrie, die die Menschen von der einen zur nächsten Produktionsstufe treibt.

8. Revolutionierung von Manufaktur, Handwerk und Hausarbeit durch die große Industrie. Abschnitte a – e Durch die Aufhebung der traditionellen Arbeitsteilung in Handwerk und Manufaktur und deren Übertragung auf Maschinen, können auch neue Handwerksarten entstehen. Dies wird besonders deutlich an sog. Miethandwerkern in den Fabriken. Diese mieteten die Dampfkraft oder den Dampf selbst vom Fabrikbesitzer an und betrieben damit eigene Maschinen, womit sie beispielsweise Marktlücken besetzten oder weitere klassische Handwerker vom Markt drängten. Dieses Phänomen war aber auf ca. 20 Jahre begrenzt, danach hatten die Fabrikbesitzer endgültig gewonnen. Auch die klassische Hausarbeit, die besonders im ländlichen Raum verbreitet war behielt lediglich ihren Namen. Es wurde ein Teil des Produktionsprozesses, der sich (noch) nicht mit Maschinen realisieren oder kostengünstig umsetzen lies, in die Hausarbeit ausgelagert. Hierdurch wurde oft die Fabrikbelegschaft noch einmal verdoppelt ohne das diese in der Fabrik anwesend waren. Heute würde man das auch als Scheinselbstständigkeit bezeichnen. Dies trifft auch auf die moderne Manufaktur zu, die zum Zulieferer der Industrie degradiert wird. Im Gegensatz zu den Hausarbeiten die vor allem weiterverarbeitende Bestandteile stellten, verdingte sich die Manufaktur bei den Vorprodukten, wie z.B. Stroh flechten oder Ziegel herstellen. Diese Enwicklung war vor allem auf den erhöhten Explorationsgrad der Arbeiter zurück zu führen, das es sich oft schlicht nicht lohnte eine Maschine einzusetzen. Als besonderes Stück der neuen Ausbeutung ist die Nähmaschine anzusehen, da hier die Maschine als Werkzeug zuerst ausserhalb der Fabrik unter unglaublichen Bedingungen, sowohl in Manufakturen als auch bei der Hausarbeit eingesetzt wurde, um die industrielle Produktion zu vervollständigen. Erst als der sinnvolle Betrieb (Schwingungsdämpfung) mit der Dampfmaschine möglich wurde, fand sie ihren Platz in der Fabrik.

9. Fabrikgesetzgebung Die Fabrikgesetzgebung ist als ein natürlicher Prozess anzusehen, welcher als Rückkopplung der industriellen Produktion auf die Gesellschaft gesehen werden kann. Die Prägung war sehr industriefreundlich und mit „redaktionellen Fehlern“ versehen. Das englische Parlament, erließ diese Gesetze auch immer erst, wenn die Not zu groß wurde und die eigene Macht gefährdet war. Die Inhalte beschäftigten sich mit Reinlichkeitsregeln, Ventilation oder Schutz vor gefährlichen Maschinen. Auch Erziehungsklauseln kamen vor, da eine Lehrausbildung prakt. nicht mehr stattfand. Eines der härtesten Probleme war die Regulierung der modernen Hausarbeit, da diese die traditionelle Familienstruktur zerstörte und die Kinder verwahrlosten. Oft wurden aber auch einfach bestehende Regelungen (Spinnerei, Weberei) für allgemein gültig erklärt und auf alle ausgedehnt. Die Vorteile waren bessere Bedingungen für die Arbeiter und gleiche Bedingungen für die Kapitalisten. Die Umsetzung solcher Gesetze scheiterte aber oft an der laxen Kontrolle, im Kohlebergbau kamen auf 3217 Bergwerke gerade 12 Kontolleure (1865) 10. Große Industrie und Agrikultur Wie auch in der Industrie wurde die Landwirtschaft, wo es möglich war, automatisiert. Dies hatte zwar weniger gesundheitliche Nachteile für den Landarbeiter, machte aber noch mehr Menschen überzählig. Die Bevölkerung wurde in die Städte getrieben, verstärkte dort die ständig wachsende Reservearmee des Kapitals und bekam alle Folgen der Zerstörung der Familie am eigenen Leib zu spüren. Die Verbindung von Agrikultur, Industrie und Maschine ist sehr fruchtbar, da die Erträge steigen, allerdings wird gleichzeitig der Bodenraub und die Ausbeutung breiter Schichten vorangetrieben. Alle Quellen des menschlichen Reichtums werden durch den Einsatz von Maschinen im kapitalistischen Sinne untergraben, die Erde und der Arbeiter.